Über Nutzen und Gefahren der Geomantie
von Karl und Helga Aldinger 1999

 

Einführung


Unser Planet stellt ein komplexes System der Wechselwirkungen dar, das durch ein Gleichgewicht gehalten erst ein Leben auf diesem Himmelskörper möglich macht. Wie kompliziert und sensibel dieses System ist, erkennen wir erst, wenn es zu Störungen im Gleichgewicht kommt. Die Erde ist ein dynamischer Planet, das heißt, er selbst und alles auf ihm ist in ständiger Bewegung unf Veränderung. Angefangen bei der Erddrehung, über ihre Bahn um die Sonne bis hin zu kontinentalen Verschiebungen und vulkanischen Aktivitäten. Die Erde ist ein materieller Körper bestehend aus einem heißen flüssigen Kern und einer dünnen festen Erdkruste., bedeckt von Kontinenten und Meeren, umgeben von einer gasförmigen Atmosphäre und einem Magnetfeldgürtel, der weit ins All hinausreicht. Letztere schützen uns vor einem ständigen Bombardement aus dem Kosmos, das von subatomaren Neutrinos und winzigen Staubteilchen aus den Tiefen des Alls über Wärme- und Lichtstrahlen bis hin zu lebensfeindlichen UV-Strahlen, Röntgenstrahlen und harten radioaktiven Strahluingen reicht. Die für das Leben notwendige Wärme- und Lichtstrahlung hingegen lässt unsere Atmosphäre passieren. Aber wir sind noch anderen Kräften und Energien ausgesetzt, nämlich der Gravitation, Elektrizität, Magnetismus und erdeigener Radioaktivität, um nur einige davon zu nennen.

Eine feine Struktur von feinstofflichen Kräften umgibt diesen Planeten und befindet sich auch im Planeten selbst. Diese feinstoffliche Struktur steht ebenfalls in Wechselwirkung mit unserer Sonne, dem Mond und mit der materiellen Struktur des Planeten und wird durch ein Gleichgewicht gehalten, dem Gesetz der Harmonie. Hierzu schreibt Bô Yin Râ in "Okkulte Rätsel", (Zitate leicht gekürzt):

"Die unsichtbare Aura dieser Erde liegt nicht nur in vielen Schichten um die Oberfläche unseres Weltballs, sondern durchdringt ihn bis zu seinem innersten Kern. ‒ Vom Erdinnersten aus nun entquellen in rhythmischen Intervallen gleichzeitig gewisse Energieströme, die von innen nach​ außen und sodann zurück ins Innerste​ kehrend, alle Schichten der Erdaura durchwandern, gleich den Meeresströmen der irdischen Ozeane. ‒ ‒


Der Rhythmus des Aussendens und Einziehens dieser Ströme ist völlig abhängig von der Stellung der Erde zur Sonne, so dass in Wahrheit die Sonne der einzige Himmelskörper ist, der wirklich auf irdisches Geschehen, auf Schicksale der Erdbewohner, auch im Seelischen einwirkt, wenn auch der Mond als ihr Reflektor dabei sehr bedeutsam wird.
Die Mannigfaltigkeit der genannten Ströme, von parallelem Lauf bis zu schärfster Gegenwirkung, sowie ihre vielfältige Art der Durchdringung gleich jenen feinen Farbenfäden Muraneser Gläser, lässt fast unzählig verschiedenartige Kombinationen zu. Zu diesen Kräfteströmen der Erdaura stehen nun aber alle Dinge dieser erde in beziehung ..."

Wie sehr wir diesen Kräften ausgesetzt sind, zeigt uns das Ereignis der totalen Sonnenfinsternis, wie wir sie am 11. August 1999 erleben konnten. Solche Ereignisse beeinflussen das Magnetfeld der Erde, da die Strahlung der Sonne durch den Mond unterbrochen wird. Viele haben dieses Phänomen ähnlich geschildert: Vögel hören auf zu singen, Tiere legen sich ruhig hin und eine bedrückende Stille legt sich über das Land, ebenfalls ändert sich das Klima drastisch durch Abkühlung.
Der Mensch brach diesen Ring der Harmonie indem der sesshaft wurde, Wälder rodete um Ackerbau zu betreiben, Ortschaften gründete, später ganze Städte baute und die natürliche Umwelt in eine künstliche umwandelte. Hierbei verletzte er oftmals das gesetz der harmonie. Die Folge davon sind Umweltverschmutzung, Artensterben, Krankheit, Armut, Gewalt, Disharmonien sowohl in unserer äußeren Gesellschaft als auch unserer inneren Gesellschaft, das sich zum Beispiel durch Wertezerfall und geistiges Irregehen bemerkbar macht. Aber es gab immer menschen, die an einer Hinführung zuir Hermonie, zu einer gesunden Um- und Mitwelt arbeiteten und zwar mit Hilfe der Geomantie.

 

Was ist Geomantie?


Das Wort Geomantie besteht aus den zwei griechischen Wörtern geo = Erde und mantis = Wahrsagung. In früheren Zeiten bezog sich die Geomantie auf ein altes Orakelsystem, das sich auf die Erde bezog und hauptsächlich in der islamischen Welt, später im Europa des Mittelalters und bis hinein in die Renaissance ausgeübt wurde. Das mechanische Weltbild der Aufklärung und das Verbot der letzten Bauhüten im Jahre 1731 durch ein kaiserliches Edikt ließen dieses Wissen in Vergessenheit geraten. Diese Art der Divination (Wahrsagekunst) wurde als zweig der Astrologie angesehen. Oft wurde die Praxis der Geomantie mit den okkulten Künsten verflochten. Seit dem 17. Jahrhundert wurde sie untzer der Rubrik Nekromantie, also Beschwörung und Divination mit Hilfe der Geister Verstorbener eingeordnet.


Aber so düster dies auch alles klingen mag, muss man verstehen, dass die eigentliche Arbeit der Geomantie zu definieren ist als Wissenschaft der Harmonisierung von Orten, menschlichen Siedlungen, Landschaften und Aktivitäten mit der stofflich sichtbaren und stofflich unsichtbaren Welt, die uns umgibt. Manche Geomanten in alter und neuerer Zeit nehmen hierzu mantische Hilfsmitel wie Tierbeobachtung, Wünschelrute, Pendel, Träume, Visionen, hellsehen und Befragen von Medien. Dass es im Bereich der Geomantie viele Abgleisungen ins Okkulte gibt liegt wohl daran, dass wir nicht nur mit der stofflich sichtbaren sondern auch mit der stofflich unsichtbaren Welt arbeiten müssen bei der Harmonisierung an sogenannten gestörten Orten. Wer hier nicht die Unterscheidungsfähigkeit und feste Ausrichtung besitzt, überschreitet leicht die Grenze zum okkulten Reich in dem lemurische Kräfte wirken und nur auf Beute warten. Gerade das Befragen von Medien und das Heraufbeschwören von Visionen und Naturgeistern führt ins Reich der Lemuren.

 

Was sind Lemuren?


Lemuren* sind nach Bô Yin Râ (Buch vom Lebendigen Gott, Buch vom Jenseits und weitere) Wesen des unsichtbaren Teiles der physischen Welt, etwa den Quallen südlicher Meere irdisch vergleichbar, aber normalerweiose nicht wie diese physisch wahrnehmbar. Sie geben sich jeweils für das aus, was man in ihnen zu sehen vermeint, was man in ihnen zu finden glaubt. – Sie wollen vor allem Bestätigung ihres Daseins finden, und um diese zu erlangen, sind sie zu allem bereit, was ihre Macht nicht übersteigt, gehen aber auch weiter und suchen Macht noch vorzutäuschen, wo ihre Macht zu Ende ist. Es bindet sie keine „Pflicht" und kein „Gewissen"! Dein Untergang bereitet ihnen gleiche Lust, wie dein Erstarken, wenn sie ihr Dasein nur, durch ihre Einwirkung auf dich, an dir bestätigt finden. ­ ­– – Wehe dem menschen, den diese wesen bereits „besitzen"! Sie saugen ihm das Mark des Lebens aus wie Vampyre, denn sie müssen sich von seinen Kräften „nähren", wenn sie ihm zu Diensten stehen sollen. – Wenn er nicht selbst sie von sich schütteln kann, wird er Sklave ihrer dunklen Triebe werden, bis seine Seele selbst dabei „erstirbt" da ihre Kräfte nach und nach von ihm sich lösen, × wonach dann, wenn der erdenkörper sich zum letzten Schlafe niederlegt, sein einstiges Bewusstsein in Vernichtung endet, – – dem einzigen wahren, weil ewigem „Tode", der dem Erdenmenschen wirklich drohen kann. – – –
Ihr unsichtbarer Organismus ist keineswegs „geistiger" Natur und sie können nichts Geistiges** wahrnehmen, dagegen verfügen sie über hochentwickelte Sinnesorgane, die zwar physischer Art sind und nur „diesseitige" Anschauungsweise bewirken, aber doch alle physischen Sinnesfunktionen des Erdenmenschen außerordentlich übertreffen. Dazu kommt noch, dass diese Wesen auch mit Sinnen begabt sind, die der Mensch der Erde nicht besitzt, und nur – so gut es geht – durch die Funktionen mechanischer apparate zu ersetzen sucht. – Die, irdischen Menschenaugen Unsichtbaren, um die es sich hier handelt, – die aber von manchen Tieren*** der erde sehr scharf wahrgenommen werden, – sind imstande, für kurze Zeit und unter Benutzung menschlicher Kräfte, Formen anzunehmen, die auch den menschlichen physischen Sinnen wahrnehmbar werden müssen.

Die zeitweilige Erzeugung und Benutzung solcher Formen wird bewirkt durch eine Art Amalgamierung und mit Willen gewisser Menschen (der sogenannten Medien) bei gleichzeitiger Benützung ihrer „Tierseele".

Die Bewohner des den Menschensinnen nicht bewusst wahrnehmbaren Teiles der physischen Erscheinungswelt sind im gewissen Sinne dem Mesnchen recht "ähnlich", aber es handelt sich weder um ehemalige Menschen noch können aus diesen Wesen jemals menschen werden. Es handelt sich vielmehr um geschöpfe die dem menschlichen unsichtbaren physischen Organismus ebenso nahestehen, wie die irdische Tierwelt dem äußeren physischen menschen. Das naturgewollte Wirkungsgebiet dieser Wesen liegt in den inneren Bereichen des organischen Aufbaues der physischen Welt.

Die „Gnomen", „Kobolde", Luft- und wassergeister der alten Märchen und sagen sind – von sichtlichen Zugaben der Volksphantasie abgesehen – zumeist ganz so dargestelt, dass die Vermutung recht naheliegt, man habe es hier nicht mit Erdichtungen zu tun, sondern mit Zeugnissen realer erdenmenschlicher Erfahrung.

Die Bezeichnung als „Naturgeister" darf jedoch nicht vergessen lassen, dass es sich um physisch-sinnliche Wesen handelt, denen die geistige Seite der ursächluichen Welt nicht zugänglich, sondern nicht einmal für ihr Bewusstsein vorhanden ist . . .

 

Nutzen der Geomantie


Jeder Mensch hat von Natur aus ein gespür für die richtigen Dinge, Orte und Plätze sowie für den richtigen Zeitpunkt einer Handlung. Man hat seinen Lieblingsleseplatz oder man spaziert besonders gerne auf bestimmten wegen, dagegen lehnt man diese oder jene Orte eher ab. Diese art von Intuition war früher, als der Mensch noch Jäger und Sammler war, verstärkt in ihm. Es war wichtig für das Überleben im harten Kampf ums Dasein. Dieses innere „Wissen" und „Sehen", wo sich zum Beispiel Nahrung, Wassert oder vielleicht lauernde Gefahr verborgen hält, ließ uns als art überleben. Der Mensch fügte sich damals in die Struktur des Planeten ein, er war ein Teil des Ganzen. Wie die Tiere konnte er gute Wanderwege in fruchtbarere Gebiete erkennen oder gute Plätze für die Aufzucht der Nachkommen. aber der mensch strebte über das reine tierische instinktgebundene Leben hinaus. Als der geistverbundene Mensch, der er dann war, entwickelte er sich dann zum schöpferischen Wesen, das seine Umwelt selbst formte. Der Mensch änderte zunächst die stoffliche Struktur und damit auch die feinstoffliche. Ein Gebäude zum Beispiel ist eine Unterbrechung der natürlichen Ordnung. Das Gebäude selbst und alle Aktivitäten, die in ihm und darum herum ausgeführt werden, sind mit der übrigen Schöpfung wechselweise verbunden. Der bauvorgang muss daher auf eine Weise ausgeführt werden, die das Gleichgewicht, die harmonie, wiederherstellt, um Glück und Gesundheit an diesen Ort zurückzubringen. Das Brauchtum der Einweihung und des Richtfestes sind überlieferte und wichtige geomantische Handlungen zur harmonisierung. Leider geraten sie in vergessenheit oder es ist nicht mehr „in", Brauchtum zu pflegen.

„Die innerliche Geomantie", die allen materiellen Dingen zu Grunde liegt, ist die Basis für geomantische Architektur, von der gefordert wird, dass sie mit Verwendungszweck und Position auf der Oberfläche des Planeten harmoniert."
(Nigel Pennick in seinem Buch „Die alte Wissenschaft der Geomantie")

Geomantie ist das Erkennen der feinstofflich energetischen Strukturen. das intuitive „Sehen" ist mehr ein Empfinden. Um dieses Empfinden zu verstärken benutzen Geomanten häufig Wünschelruten, die ihnen diese Erdströme anzeigen. Mit wachen Augen sehen lernen und von der Natur ablesen ist der rechte Weg, Geomantie anzuwenden. Dort wo gesundes Leben ist in der Natur, dort ist ein gesunder Fluss feinstofflicher Energie. Dieses Beispiel müssen wir uns vergegenwärtigen und in unsere Architektur und Landschaftsgestaltung umsetzen.

Unsere moderne Gesellschaft hat lange Zeit diese Dinge missachtet, daher gibt es so viele geistlose Architektur und formlosen Städtebau. Geist und Form sind vielerorts verloren gegangen weil auch die Kunst der Harmonisierung verlorengegangen ist. Jede Form und jede Struktur, alles was uns umgibt, wirkt auf uns zurück und formt uns. Das sollte uns stets bewusst sein. Ich weise auch auf das Buch von Bô Yin Râ „Geist und Form" hin.

 

Wie man geomantisch arbeitet


Es gab eine Zeit, da war das Wissen um die „Geheimnisse" der Geomantie ein selbstverständliches Wissen, so wie heute das Wissen um Technik oder die physikalischen Gesetze. Geomantie war tief verbunden mit dem heimischen Boden, der einem Nahrung gab und zu dem man mit dem Tod zurückkehrte. Unsere Vorfahren waren abhängig von der Erde und ihren Kräften, deshalb verehrten sie Quellen, Flüsse, Felsen, Haine, nicht als Gottheit an sich, eher als ihnen innewohnende Geister. Hierzu schreibt Nigel Pennick: „In der Geomantie wurde die Welt als Kontinuum wahrgenommen, in dem alle Vorgänge – natürliche und übernatürliche, bewusste – auf subtile Art verknüpft waren, einer mit dem nächsten." In so einer Weltsicht würde die fehlerhafte Ausübung einer Handlung ihr erwünschtes Ziel verfehlen, sogar noch unvorhergesehene und unkontrollierbare Konsequenzen nach sich ziehen. Deshalb gilt ganz besonders in der Geomantie: Die rechte Tat zur rechten Zeit am rechten Ort.

In der Bearbeitung des Bodens, der Rodung des Waldes, Einfriedung offener Landstriche, Pflügen und Ausheben von Grenzwällen, selbst in der Wasserentnahme aus Quellen sah man eine Störung in der feinstofflichen Welt. Diese gestörten Kräfte mussten nun wieder harmonisiert werden. Man brachte Opfergaben dar, um mögliche schlechte Einwirkungen abzuwenden. Der Mensch fühlte sich verpflichtet, einen Ausgleich zu schaffen, eine „Versöhnung" mit den Kräften der Erde herzustellen, wenn er in die natürlichen Geschehnisse eingriff. Quellen und Brunnen, an denen man Wasser entnahm, bekamen besondere Aufmerksamkeit. Bestimmten mineral- und metallhaltigen Quellen schrieb man gewisse Heilkräfte zu. Noch heute pilgern viele Menschen zu heiligen Quellen. Aus Dankbarkeit für diese Heilkräfte hinterlegte man eine Opfergabe. Nigel Pennick hierzu: „Die Tradition des Brunnenschmückens in Derbyshire ist ein authentischer Überrest des jährlichen Erntedankes an den „Geist" des Brunnens . . ."

Bäume, die ihr ganzes Leben lang an einem Platz stehen verbinden die Erde mit dem Himmel, glaubte man einstmals. Bäume bilden oft herausragende Landmarken, und das tun sie nicht nur in der stofflichen sichtbaren, sondern auch in der stofflich unsichtbaren Welt. Ebenso wie einzelne Felsen und Felsformationen, Knicke und Wälle. Oft kann man gerade an solchen Stellen die Erdkraftströmung besonders gut wahrnehmen. In dem man zum Beispiel einen Baum fällt oder die natürlichen Formationen zerstört, greift man in dieses Gefüge ein und muss sich um Ausgleich bemühen.

Man könnte die Geomantie in zwei Hauptaspekte unterteilen:

1. das Erkennen und Finden der feinstofflichen Kräfte.
Es dient dem Festlegen besonders gut geeigneter Plätze für den Bau eines Gebäudes, das Anlegen eines Feldes, die Trassierung eines Weges usw.

2. Die Harmonisierung
Sie dient der Heilung und dem Ausgleich von Plätzen, Orten und Wohnstätten. Einige Maßnahmen sind Zeremonien und Rituale (Brauchtum), Benutzung von Farben und Symbolen, landschaftliche Veränderungen durch Anlage von Gärten, Parks, Pflanzungen, Errichten von Steinen und Steinkreisen, Aufstellen vonn heiligen Bildern und Figuren sowie schöner Kunstwerke und Statuen und Heilung von kranken Orten mittels bestimmter Materialien.

 

Was sind kranke Orte


In der Geomantie spricht man manchmal von schädlichen Erdströmen oder „schwarzen" Strömen. In letzter Zeit ist einiges darüber berichtet worden, da sie in Zusammenhang mit Krebserkrankungen stehen sollen. Inzwischen werden isolierende Materialien zum Schutz vor schädlichen Erdstrahlen" angeboten. hier ist jedoch größte Vorsicht angeraten. Nigel Pennick schreibt: Eine andere Methode zur Neutralisierung oder Zerstreuung eines schädlichen Erdstroms besteht darin, dass man Kupferkabel, Eisenstäbe oder Nägel in den Boden treibt. Diese als „Unterbrecher" bekannten Gegenstände werden an Stellen in den Boden eingelassen, wo der schädliche Erdstrom in das Haus eintritt." Dies wurde früher oft durch den Heiligen Georg dargestellt, wie er den Drachen (Erdströme) besiegt.

Manche Erdströme sind unterbrochen worden durch bauliche Eingriffe, so dass auch weiter entfernte Orte abgeschnitten sind vom gesunden Energiefluss. Dies zeigt sich durch Verarmung, Erkrankungen, Verwahrlosung usw. Dieses kann ähnlich wie im ersten Falle durch Umleiten der Energieströme behoben werden.

Ein Ort kann allerdings auch durch andere Einflüsse krank werden. Gehen wir einmal über alte Schlachtfelder, so spüren wir oft ein unangenehmes Vibrieren. Die Erde hat das hundertfache, oft tausenfache Leid, den Schmerz und die Grausamkeit in sich gespeichert und bedarf der Harmonisierung. Ebenso gibt es Orte, wo Verbrechen oder düstere Taten geschehen sind. All dies wird gespeichert und muss durch bestimmte Rituale, Gebete und Weihungen geheilt werden, um wieder ein Platz voll gesunden Lebens zu werden, denn an solchen Plätzen hausen nur wenige Tiere, gedeihen Pflanzen nur schlecht oder sind von Krankheiten befallen.

 

Sakrale Geomantie


Eine besondere Stellung nimmt die geomantische Arbeit zur Errichtung von sakralen Bauten ein. Ein im richtigen Sinne geplantes und ausgeführtes sakrales Gebäude nutzt, ähnlich wie der Klangkörper eines Musikinstrumentes, die Ströme der Erde, um die Aufnahmefähigkeit der Benutzer für feinstoffliche und spirituelle Energien zu erhöhen. Es muss am richtigen Ort stehen, richtig ausgerichtet sein und in seinen Proportionen Maß und Zahl, die heilige Geometrie, erkennen zu lassen. Diese geomantische Arbeit oblag im Mittelalter den sogenannten Bauhütten, die ihr Wissen geheimhielten und nur vom Meister an den Schüler weitergaben.

Gefahren der Geomantie
In je größerem Umfang geomantische Arbeiten vorgenommen werden, um so mehr wächst auch die Verantwortung. Selbsternannte Gurus, die meinen, die Welt retten zu müssen, können hier großen Schaden anrichten ohne sich dessen bewusst zu sein. Bô Yin Râ warnt uns ausdrücklich vor Weltverbesserungsideen, die meist das Gegenteil dessen bewirken, was ihre Initiatoren beabsichtigten. Die wirkliche Verbesserung der Welt geht immer nur von Einzelnen aus, die in sich selbst ihren Weg gehen und ihr gefundenes Glück löscht Unglück in anderen Teilen der Welt aufgrund geistiger Gesetze aus.

Um Methoden fürm die „Heilung der Erde" zu finden benutzen manche „Geomanten" divinatorische (wahrsagerische) Hilfsmittel wie medien und hellseherische Menschen, mentales Pendeln und Orakelsysteme. Was von Medien zu halten ist wurde im Abschnitt über die Lemuren ausreichend behandelt. Auch viele hellseherisch Begabte werden von Lemuren irregeführt. Daher ist größte Vorsicht angebracht. dasselbe gilt für das Befragen des Pendels. Über den gebrauch mantischer Künste (Orakel) schraibt Bô Yin Râ (Okkulte Rätsel): „Zweifellos dürfte es denn doch erheblich wünschenswerter und der Würde des Menschen entsprechender sein, wenn man solche Konzentration auch ohne den Firlefanz zu erreichen vermag, der von der Ausübung mantischer Künste fast untrennbar ist, und wenn man seine Intuition nicht erst durch äussere, mitunter keineswegs unbedenkliche Mittel erwecken muß, ‒ abgesehen davon, dass die Beschäftigung mit irgendwelchen mantischen Künsten, auch wenn sie lediglich als forschendes Suchen aufgefasst wird, alle Seelenkräfte derart in Anspruch nimmt, dass daneben kaum noch die Möglichkeit geistiger Entfaltung bestehen bleiben kann."

 

Schlusswort


Zusammenfassend ist zu sagen, dass das Wesen der Geomantie unmittelbar mit unserem alltäglichen Leben, unserer Umwelt verbunden ist und uns erlaubt in die Außenwelt zurückzuwirken. Viele Dinge aus der Geomantie sind durch Brauchtum in unsere Zeit herüber getragen worden, oder sind selbstverständlicher, wenngleich unbewusster Bestandteil unseres Daseins. Da alles, die stoffliche und die feinstoffliche Welt, und wir darin, miteinander verbunden sind, reagiert dieses System auf jegliche Eingriffe. Das sollte uns über unsere Verantwortlichkeit gegenüber unserem Handeln, das mit unseren Gedanken beginnt, nachdenklich stimmen. Dass die Geomantie auch ihre Schattenseiten hat, sollte uns nicht entmutigen und davon abhalten, ihren Wert zu nutzen. Mit Klarheit und fester Ausrichtung auf das Positive bereichert die Geomantie unser Leben und gestaltet unsere Umwelt lebenswerter, solange wir uns nicht verleiten lassen unsere Befugnisse durch „okkulte" Künste zu überschreiten.

 

 

 

„Schläft ein Lied in allen Dingen,

Die da träumen fort und fort,

Und die Welt hebt an zu singen,

Triffst du nur das Zauberwort.“


Joseph von Eichendorff

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*die Römer bezeichneten mit  lemures  die Geister der Verstorbenen
**hiermit ist nicht der gehirngebundene Verstand gemeint
***man denke nur an die Katzen in Begleitung von Hexen in den alten Märchen

 

Copyright © 9/1999 by Karl und Helga Aldinger