Die wahren Wirkmechanismen der Astrologie
aus der Sicht von Josef Anton Schneiderfranken (Bô Yin Râ)
 
"Alle aus alter Zeit überkommenen astrologischen Lehren schienen stets den Nachgeborenen auf der Annahme zu fußen, dass die geheimnisvollen Wirkungen der «Gestirne» auf das Menschenschicksal hier enträtselt würden. Nun wehrt sich aber, und das mit einigem Recht, modernes, naturwissenschaftliches Denken gegen eine Theorie, die solche enorm starke Beeinflussung von unvorstellbar weit entfernten Weltkörpern ausgehen Iässt. Man hat sich auch schon in alter Zeit gegen solche Annahme gewehrt und half sich so gut es gehen wollte, indem man jene Weltkörper nur als physische Träger ungeheurer geistiger Potenzen ansehen lehrte, so dass gleichsam von jeder physischen Wirkung abgesehen, rein geistige Strahlen unsere Erde erreichen sollten, denen man nun die Wirkung auf das Menschenschicksal zuschrieb.
 
Die neuere Entwicklung der Astrologie lässt es aber an der Zeit erscheinen, endlich die wirklichen Ursachen der von ihr festgestellten Wirkungen auch dort zu suchen, wo sie tatsächlich zu finden sind, und den als vermeintlichen Wirkungsfaktoren herangezogenen «Gestirnen» den einzigen Platz anzuweisen, der ihnen bei der astrologischen Forschung zukommt. Es handelt sich um nichts Geringeres als die Erkenntnis, dass die Stellung der Gestirne nur deshalb für den Astrologen so wichtig ist, weil sie die einzig mögliche Bestimmung gewisser Wirkungspunkte darstellt, die innerhalb der Erd-Aura zu suchen sind. 

Alle astrologische Forschung trägt daher, streng genommen, einen irreführenden Namen. ‒ Es handelt sich in Wahrheit gar nicht um ein Erforschen der Natur der Gestirne, sondern um Forschungen innerhalb der Aura der Erde, und die Stellung der Gestirne muss allein beachtet werden, weil gewisse Ablaufszeiten aurischer Energieströme nur eben durch die jeweilig korrespondierende Stellung der Gestirne feststellbar werden, da ja dem Bewohner der Erde keine sonstigen außerirdischen Messpunkte zur Verfügung stehen, als jene geometrisch geordneten Projektionsbilder der anderen Weltkörper des Kosmos.

Die unsichtbare Aura dieser Erde liegt nicht nur in vielen Schichten um die Oberfläche unseres Weltballs, sondern durchdringt ihn bis zu seinem innersten Kern. ‒ Vom Erdinnersten aus nun entquellen in rhythmischen Intervallen gleichzeitig gewisse Energieströme, die von innen nachaußen und sodann zurück ins Innerstekehrend, alle Schichten der Erdaura durchwandern, gleich den Meeresströmen der irdischen Ozeane. 

Der Rhythmus des Aussendens und Einziehens dieser Ströme ist völlig abhängig von der Stellung der Erde zur Sonne, so dass in Wahrheit die Sonne der einzige Himmelskörper ist, der wirklich auf irdisches Geschehen, auf Schicksale der Erdbewohner, auch im Seelischen einwirkt, wenn auch der Mond als ihr Reflektor dabei sehr bedeutsam wird, denn die in Rede stehenden Ströme der sonnenbestimmten Erdaura senden eben allejene Wirkungen auf das psychophysische Leben der Menschen aus, mit denen sich die Astrologie beschäftigt. ‒ ‒ 

Die Mannigfaltigkeit der genannten Ströme, von parallelem Lauf bis zu schärfster Gegenwirkung, sowie ihre vielfältige Art der Durchdringung gleich jenen feinen Farbenfäden Muraneser Gläser, lässt fast unzählig verschiedenartige Kombinationen zu, und jedes Erdenwesen wird stets für Lebenszeit von jener Kombination die Grundstimmungempfangen, die gerade tätig war zur Zeit und am Orte seiner ersten Licht-Empfängnis, obwohl es schon vom ersten Augenblick der Zeugung an, auch im Mutterleibe solcher Ströme Einfluss indirekt unterworfen war, die schließlich mitbestimmend wirkten bei der endgültigen Formung.
  
Je nach der Kombination der Kräfteströme in der Erdaura, die diese Grundform gab, werden alle nur möglichen Kombinationen in jeder Sekunde des Erdenlebens eines so beeindruckten Wesens durchaus besondere Beziehungen zeigen und dadurch eben den Lebenslauf sehr verschieden gestalten. Der Sprachgebrauch kann solchen Einfluss an «Gestirne» binden und deren Namen, ‒ der oft in ursächlichem Zusammenhangmit gleichzeitig beobachteten aurischen Strömen steht, ‒ zur Bezeichnung gewisser Einflüsse verwenden, allein die Sterne sind es wahrlich nicht, was hier auf Erden Schicksal schafft, so sehr auch wohl bei manchen astrologisch Forschenden die konstatierte Wirkung eines Kräftestromes dieser Erd-Aura, als eng verbunden wahrgenommen mit einer Konstellation der Sterne, nun
diesen selbst nach alter Lesart zugeschrieben werden mag.

Auch allerälteste Weisheit wusste wohl um diesen wahren Zusammenhang, nur wurde solche Erkenntnis schon in früher Vorzeitvöllig verwischt.
 
Es ist weder meine Aufgabe noch meine Absicht, hier die letzte Begründung zu geben, um die eherne Notwendigkeit des geschilderten Geschehens zu erweisen, aber ich vertraue denen, die in der wissenschaftlichen Erforschung astrologischer Zusammenhänge ihre Lebensaufgabe sehen, dass sie wohl schneller als ich es hier vermöchte, auch die äußeren Bestätigungen geben können, durch die ihnen besserer «Beweis» erbracht sein wird, als durch die schönste kosmologische Beweisführung.
 
Vielleicht kann diese Erörterung bewirken, dass sich auch endlich andere wissenschaftliche Forscher, die nicht von Hause aus als «Astrologen» gelten können, mit den so augenfälligen Wirkungen jener Kräfte befassen, die Einzelne wie ganze Völker in ihren Banden halten, solange, bis man endlich sie erkennt und so zu nützen weiß? 
 
Vielleicht wird auf diese Weise eine fast verborgene Wissenschaft wieder völlig offenbarund damit die Erkenntnis aufs neue geboren, dass der Mensch der Erde nicht nur für sein physisches Leben, sondern in gleicher Weise auch für das Leben seiner Seele nur insofern sorgen kann, als er der Erde Kräfte meistern lernt, um in Freiheit aus den so erreichbaren Kräften sich zu gestalten, zu einer Formung, die seinen höchsten Zielen wahrhaft entspricht. ‒ ‒ ‒"

__________________________________________________________________________
 
 
"Wie sind nun aber die hier in Rede stehenden und so geheimnisvoll anmutenden Wirkungen letzten Endes zu erklären? ‒ Darüber gab es zu allen Zeiten und je nach den in Betracht kommenden Kulturkreisen sehr verschiedene Theorien, und doch ist alle Wirkung nur aus rein naturgesetzlichen Zusammenhängen ableitbar, auch wenn die wirkenden Gesetze noch nicht in dem gleichen Grade beweisbar wurden, wie etwa die Gesetze der Physik.

Jeder, der nur einigermaßen das Alltagsleben zu beobachten pflegt, kann stets wieder bemerken, dass feiner empfindende Menschen, für die nicht nur der reine Geldwert eines Gegenstandes alle Wertschätzung bestimmt, bei der Auswahl ihrer Schmuckstücke, und seien sie noch so bescheiden, gewisse Edelsteinarten typisch bevorzugenHier wirkt bereits, wenn auch den Wählenden völlig unbewusst und nur durch persönliches Gefühl sich äußernd, das planetarischeGesetz. Uralter Weisheit waren einst alle Zusammenhänge, um die es hier sich handelt, offenbar, und neueres Suchen bemüht sich wieder, sie zu ergründen.
Es handelt sich um nichts anderes, als um die tausendfältig verschiedenen Kräfteströme in der Erd-Aura, von denen bereits in meiner Betrachtung über den Wert
der Astrologie die Rede war.

Dort zeigte ich, dass jedes Menschenwesen auf diesem Erdball durch gewisse Kombinationen dieser Kräfteströme, ‒ so, wie sie gerade zur Zeit seiner Geburt bestanden, ‒ für alles weitere Erleben gleichsam imprägniert wird, um nun in ganz bestimmter Weise zu reagieren, so dass die fast unzähligen Kombinationen jeder Sekunde seines Erdenlebens stets durch die ursprüngliche Beeindruckung ihre Wirkungsform erlangen. Zu diesen Kräfteströmen der Erdaura stehen
nun aber alle Dinge dieser Erde in Beziehung, und besonders prägnant zeigt sich solche Beziehung in der Welt der Kristallgebilde, insonderheit bei den von alter Zeit her besonders gewürdigten ‒ Edel-Steinen ...

Auch Pflanzen und Tiere sowie alle Metalle werden in gleicher Weise durch die genannten Kräfteströme bestimmt.

Auch hier sind die «Vorlieben» nichts anderes, als gefühlsmäßiges Erfassen gesetzlicher Zusammenhänge. ‒ ‒"
 
Bô Yin Râ: Okkulte Rätsel